Aktuelles aus Lüneburg und Umgebung – Die Taxi-Info-Seite für Stadt und Landkreis Lüneburg – Erzählungen, Geschichten, Bilder, Rechtliches und viele Infos rund ums Taxifahren
Letzte Woche wurde es schon in den Lüneburger Zeitungen angekündigt: Die beiden Blitzer in Brietlingen in der 50er Zone sollen wieder aufgebaut und mit Leitplanken geschützt werden.
Nun ist es soweit. Sie stehen wieder! In der 50 km/h Zone zwischen Brietlingen/Moorburg und Brietlingen, in der Nähe der Kreuzung zum Netto-Markt werden seit gestern (?) wieder hübsche Fotos von Fahrzeugführern gemacht, die zu schnell unterwegs sind.
Jetzt ist es sicher: Die Taxipreise in Stadt und Landkreis Lüneburg werden zum 22.01.2012 nach fast vier Jahren mal wieder angeglichen.
Wie ich bereits schrieb, wurde im letzten Jahr schon der Antrag bei der Stadt Lüneburg gestellt. Jetzt stehen die neuen Tarife fest.
Jeder gefahrene Kilometer kostet demnach ab dem 22. Januar 0,10 EUR mehr. Der Grundpreis wird dann 2,70 EUR betragen. Diese Preise sind für alle Taxen in Lüneburg und im Landkreis bindend.
Als zusätzliche Neuerung kommt hinzu, das dann auch die Fahrpreise und Tarife deutlich in und an den Fahrzeugen angebracht sein müssen. Ein Aufkleber auf dem Armaturenbrett auf der Beifahrerseite und einer, der schon von aussen am Fahrzeug zu lesen sein muss, wird ebenfalls ab dann zur Pflicht. Somit steigt die Transparenz und die Übersichtlichkeit der Fahrpreise für den Fahrgast.
Viel teurer werden die normalen Stadtfahrten für den Fahrgast dann aber trotzdem nicht. Für eine durchschnittliche Fahrt von etwa drei Kilometern steigt der Fahrpreis demnach um gerade mal 0,50 EUR. Für die Taxifahrer und besonders die Unternehmer ist bei all den steigenden Energiepreisen und vielen anderen Anschaffungen diese Erhöhung jedoch sehr notwendig.
Natürlich werden auch die Preise im Taxiblog auf der Seite “Taxi-Info” und “Zahlen, Daten, Fakten” zum 22.01. angepasst, so dass diese auch hier auf dem neuesten Stand sind.
Letztens fahre ich mit Fahrgast die Wallstr. entlang in Richtung Sülztorstr.
Auf halber Strecke kreuzen die beiden Strassen Gummastr. und An den Reeperbahnen die Wallstr. Dort gibt es jeweils vor und hinter den Kreuzungseinmündungen einen Zebrastreifen. Diese werden, gerade zur Geschäftszeit, auch ziemlich häufig benutzt.
Ich komme also an den ersten Zebrastreifen heran und sehe von rechts ein Ehepaar mittleren Alters an die Strasse herantreten, und bremse schon mal ab.
Nachdem beide mich angeschaut und registriert haben, das ich also zum anhalten bereit wäre, geht die Frau völlig ahnungslos auf den Fußgängerüberweg, während ihr Mann zirka einen Meter vor der Bordsteinkante stehen bleibt.
Als die Frau bereits drei Schritte weiter und genau in der Mitte meiner Fahrbahn war, fing der Mann hinter ihr auf einmal völlig hastig an, mich durchzuwinken.
Er als er merkte, das ich ihm diesen Gefallen nicht tun werde, ging er dann doch seiner Frau hinterher auf die andere Strassenseite.
Das muss wahre Liebe sein!
Mein Fahrgast und ich haben auf der restlichen Fahrt noch herzhaft gelacht
Pünktlich zum Fest bieten wieder viele Lüneburger Taxiunternehmen Taxigutscheine zum verschenken oder selber schenken an.
Ob für die Oma, die ihren regelmäßigen Einkauf mit dem Taxi erledigen muss, die Kinder damit sie nach dem Discobesuch nicht zu Fuß nach Hause gehen müssen, weil sie ihre letzten Kröten in Getränke umgesetzt haben oder einfach für jemanden, der viel auf ein Taxi angewiesen ist.
Taxigutscheine sind meist in verschiedenen festen Beträgen zu bekommen. Diese können dann bis zu der gewünschten Summe kombiniert werden.
Taxigutscheine für Lüneburger Taxen bekommen sie entweder in der jeweiligen Zentrale des Unternehmens oder direkt beim Taxifahrer.
Telefonnummern oder Kontaktdaten bekommt man im örtlichen Telefonbuch, beim Taxifahrer deines Vertauens oder hier im Taxiblog.
Auf der Seite Taxinummern in Lüneburg findet ihr Telefonnummern verschiedener Unternehmen. Für weitere Fragen oder zur Vermittlung von Taxigutscheinen könnt ihr mich auch gerne über mein Kontaktformular anschreiben.
Mein gewohnter Gang zum Briefkasten an diesem Wochenende liess mich kurz nach dem öffnen erstarren. Mir viel gleich die kostenlose Lüneburger Zeitung vom Wochenende entgegen und ich sah schon im Halbdunkeln die Überschrift eines kleinen Artikels: “Taxis stören Weihnachtsmarkt”
Nachdem ich den kleinen Artikel auf dem Titelblatt gelesen hatte und nur ganz am Ende einen kleinen Hinweis darauf fand, was schon die Überschrift sagte, schlug ich die Seite vier auf um dort weiter zu lesen.
Eine halbe Seite hat die Redaktion dem Thema gewidmet. Ich las von der Wetterlage, dem Hamburger Dom und vielen anderen Dingen, die den Lüneburger Weihnachtsmarkt nicht richtig anlaufen lassen. Suchte aber vergeblich weitere anzeichen auf die Taxen.
In der letzten Spalte fand ich dann aber endlich wonach ich suchte. Zwei ganze Sätze darüber, das die Taxen vor dem Lüneburger Rathaus entlang fahren. Direkt an den Besuchern des Weihnachtsmarktes vorbei. Und ein Zitat der Stadtsprecherin, das dieses IM PRINZIP nicht erlaubt sei.
Ich frage mich, was diese Überschrift mit dem Hauptteil des Artikels zu tun hat. Hauptsache Skandal-Überschrift??
Sind die Taxis daran schuld, das der Weihnachtsmarkt so schlecht besucht ist?! In dem Artikel steht davon jedenfalls nichts. Da sind nur die viel zu warmen Temperaturen und der Hamburger Dom schuld.
Die Taxen fahren lediglich an dem Weihnachtsmarkt vorbei. Stören meiner Meinung nach aber weder die Besucher, noch die Schausteller. Ebenso werden mit Sicherheit keine potenziellen Weihnachtsmarkt-Besucher zuhause bleiben, weil die Taxen daran vorbei fahren.
Grundsätzlich ist es richtig, das die Taxen um das Rathaus herum fahren müssten. Dem gebe ich natürlich recht. Ich gebe der Frau Stadtsprecherin aber auch recht, das es IM PRINZIP so sein sollte. Denn IM PRINZIP stört es doch kaum jemanden. Ausser vielleicht die Schausteller, die in ihrem Frust des schlechten Besucherandrangs einen Grund dafür suchen, warum es so ist.
Was sagt denn die Frau Stadtsprecherin dazu, dass die Taxistände ständig von Privatfahrzeugen, Baufahrzeugen, Bussen und sonstigem zugestellt werden? Hat sich jemals einer von der Stadt dafür eingesetzt, das es den Taxifahrern und -Unternehmern besser geht? Mein Gespräch vor ein paar Monaten (ich hatte auf Facebook kurz davon berichtet) mit einer Ratsvorsitzenden hat bis heute leider auch noch nichts bewirkt. Versprechen wurden gemacht. Es sollte sich was ändern. Aber natürlich war das nur wieder Wahlkampf! Dazu aber in einem anderen Artikel demnächst mehr.
Zurück zum Weihnachtsmarkt:
Der Taxistand “Am Markt” direkt an der Ecke zur Bäckerstrasse wurde wie jedes Jahr und bei jeder Veranstaltung auf die andere Seite zum Ochsenmarkt vor das Landgericht verlegt. Obwohl das ja wirklich immer so gemacht wird, haben die Lüneburger es aber immer noch nicht richtig verstanden. Wie denn auch, wenn 300 Tage im Jahr der Taxistand immer an der gleichen Stelle ist. Fahrgäste beschweren sich, das am Marktplatz keine Taxe zu bekommen ist. Oder sie nicht zu finden sind.
Kein Wunder, sage ich! Nicht nur, das der verlegte Stand kaum bekannt ist, sondern viel schlimmer noch, er ist ständig besetzt. Letzten Freitag zu Schichtbeginn wurde ich vom meinem Kollegen darauf hingewiesen, nicht den Markt anzufahren. Unser gesamter Taxenstand steht voll mit Bussen. Nur mit Glück könnte man sich irgendwie noch dazwischen quetschen. Dann würde man aber nicht gesehen werden.
Fazit: Ich bin, wie viele andere Kollegen, nicht mehr an den Markt ran gefahren.
Ist es da verwunderlich, wenn wir einfach wieder an die Ecke Bäckerstrasse fahren, wenn dort die Fahrgäste stehen, auf ein Taxi hoffen und der eigentliche (verlegte) Taxenstand mit Reisebussen zugestellt ist? Unternimmt denn irgendjemand etwas, das diese Plätze für uns freigehalten werden?
Die Taxen sind ein öffentliches Verkehrsmittel der Stadt Lüneburg. Wir werden aber weder gefördert wie die Busse, noch wird mal etwas FÜR uns getan. Das einzige was hier seit einiger Zeit passiert, ist komplett GEGEN die Taxen.
Als hätten wir es nicht schon schwer genug. Jetzt sind wir laut Lüneblatt-Überschrift (frei Übersetzt) sogar noch Schuld am schlechten Umsatz des Weihnachtsmarktes.
Fakt ist: Der Weihnachtsmarkt und dessen Auswirkungen stört die Taxen!! Nicht umgekehrt!
… und vor allem in der Nacht wieder nach Hause, ist in den Winter-/ Weihnachtswochen gar nicht so einfach.
Gerade an den Adventswochenenden – Freitags und Samstags – aber auch an so manchem Wochentag, kann es manchmal zu Engpässen bei der Taxi-Verfügbarkeit kommen.
Was kann man tun, um nach der Feier doch noch schnell und trocken nach Hause zu kommen, ohne stundenlang auf einen Wagen zu warten?
Eine einfache, aber oft nicht empfehlenswerte Möglichkeit, ist die Taxi-Vorbestellung: Einfach telefonisch einige Stunden vorher, oder auf der Hinfahrt zur Feier beim Fahrer bescheid geben, wann man wieder abgeholt werden möchte. Dies setzt allerdings voraus, das man schon im Vorfeld genau weiss, wie lange man auf der Feier bleiben möchte. Das ist aber gerade bei Weihnachtsfeiern oft nicht empfehlenswert, da meistens genau dann die Stimmung am Besten ist und man gar nicht losfahren möchte. Einige Taxifirmen nehmen für solche Feiern auch schon gar keine Vorbestellungen mehr an, da die Quote der Fehlfahrten erfahrungsgemäß viel zu hoch ist.
Die “Auf gut Glück”-Methode gibt es in zwei Varianten: Man versucht mit dem Handy von der Feier zu dem Zeitpunkt einen Wagen zu bekommen, wenn man nach Hause möchte. Oder aber, wenn man relativ zentral in Lüneburg feiert, stellt man sich einfach an eine gut befahrene Hauptstrasse und versucht ein Taxi abzuwinken. Bei beiden Möglichkeiten besteht die eingangs erwähnte Gefahr, vielleicht auch mehrere Stunden kein “Glück” zu haben. Die Telefonleitungen in den Taxizentralen sind ständig besetzt und die Taxen auf den Strassen haben entweder schon Fahrgäste in Auto, oder haben schon einen Auftrag zu einem anderen Kunden.
Die weitaus bessere Variante für eine gelungene Weihnachtsfeier, ist die Folgende: Für große, mittlere und auch kleine Betriebe/Vereine/Gruppen bieten viele Taxiunternehmen nach vorheriger Absprache die Möglichkeit, die Angestellten, Vereinsmitglieder etc. mit zuvor rausgegebenen Gutscheinen zu befördern. Oft werden sogar separate Telefonnummern angeboten, um eine Erreichbarkeit auch wirklich zu gewährleisten.
Diese Möglichkeit bietet sich allerdings nur, wenn es vom Chef/Vorstand etc. angekurbelt wird.
Wer nach seiner Weihnachtsfeier dennoch gut nach Hause kommen möchte, kann sich freuen, wenn er viele Nummern in der Tasche hat. Vielleicht sogar einige private Handynummern von Taxifahrern.
Für den Fall der Fälle, gibt es in den örtlichen Telfonbüchern oder im Internet reichlich Nummern von verschiedenen Firmen. Oder aber Ihr schaut auf meine Seite “Taxinummern aus Lüneburg“. Auch da findet Ihr ein paar Nummern von Firmen und Fahrern.
Auf jeden Fall wünsche ich allen eine tolle Weihnachtsfeier und gutes Gelingen bei der Taxisuche
Es ist mitte November. Nur noch 10 Tage bis zum ersten Advent.
Überall in der Stadt wird es aber jetzt schon so langsam Weihnachtlich. Die ersten Cafés und Geschäfte dekorieren ihre Fenster und Aussenbereiche mit weihnachtlichem Schnick Schnack.
Auch die Stadt Lüneburg bereitet sich schon auf die fünfte Jahreszeit vor. Am Marktplatz stehen schon die großen Tannenbäume rechts und links vor dem Rathaus. Ebenso der Baum am Sande, Ecke Bäckerstrasse. Allerdings immer noch unbeleuchtet.
In der Innenstadt ist an den ersten Fassaden der alten Häuser die Verkabelung für die Fensterbeleuchtung schon zu sehen.
Für alle, die die Weihnachtszeit mögen: Es dauert jetzt nicht mehr lange und Lüneburg erstrahlt wieder im weihnachtlichen Gewand!
Die Wochenend-Nachtschichten sind für Taxifahrer die wahrscheinlich lukrativsten der ganzen Woche. Klar, wenn man bedenkt, das an den Freitagen und Samstagen alle Diskotheken geöffnet haben. Alle Kneipen, Lokale, Gaststätten und Hotels voll sind mit Menschen.
Wenn man Nachts ab ca. 3:00 Uhr mal an den Discos guckt, geht es teilweise zu wie im Taubenschlag. Taxen fahren ran und weg im Minutentakt. Die Discobesucher warten teilweise in Scharen vor der Tür und wollen nach einer durchfeierten Nacht endlich nach Hause, oder wenn sie doch noch nicht genug haben, weiter in die Innenstadt zum “Absacker”.
Ist ja verständlich, das wir Taxler uns dann besonders beeilen, um auch möglichst alle Gäste von den schon fast geschlossenen Türen der Discotheken weg zu bekommen. Doch manchmal ist das gar nicht so einfach:
In genau solch einer Nacht fuhr ich mal wieder am VAMOS! ran. Einer Disco an der Uni. Wie zu erwarten war, standen die Gäste schon überall an der Strasse und vor der Tür und kuschelten sich ineinander um sich zu wärmen, während sie auf eine der heissbegehrten Taxen warteten. Ich glaube ich kam zu dem Zeitpunkt bereits das vierte oder fünfte mal dort an und das Bild, welches sich mir zeigte, war immer dasselbe.
Ich hielt also wieder inmitten der wartenden und winkenden Leuten an und war gespannt, wer nun wieder der schnellste oder stärkste war, der mich dann haben durfte.
Er war geschätzte mitte zwanzig, groß, schlank, mit Brille. Und endlich mal jemand, der sich anständig Artikulieren konnte. Das war in diesem Fall auch nötig, da er nicht einmal wusste in welche Strasse er will. Er beschrieb mir kurz und knapp die Richtung, so dass ich schon mal losfahren konnte. “Irgendwo da in der Dahlenburger Landstrasse, wenn man von oben kommt links ab” war dann seine weitere Beschreibung während wir schon unterwegs waren. Klasse, dachte ich, die Dahlenburger ist ja nur ungefähr 4 km lang und hat “von oben” gesehen etwa fünf bis sechs Strassen die nach links abgehen. Gut das es nicht rechts war, denn da könnten es noch so drei bis vier Möglichkeiten mehr sein. Ich hoffte, das er nicht “das andere Links” meinte und fuhr weiter in die Richtung.
Wir einigten uns darauf, das er mir bescheid sagen würde, wenn er es sieht. Er kennt zwar nicht die Strasse, aber er könnte mich dirigieren.
Kurz vorm Ziel meinte er dann zu mir, das wir dort kurz anhalten müssten. Er würde aussteigen und klingeln, weil dort seine Freundin wohnt. Er wusste allerdings nicht genau ob sie da ist. Wenn nicht, dann müssten wir noch weiter fahren zu ihm nach Hause. Nach Barum!
Endlich in der richtigen Strasse angekommen, sollte ich sehr langsam fahren. Er musste genau gucken, welches das richtige Haus ist. STOP! rief er auf einmal. “Ich glaube das ist es”. Er sprang aus dem Wagen, rannte zur Haustür und schlug dann mit der Nase fast gegen die Klingelknöpfe, weil es so dunkel war, das man die Namensschilder kaum erkennen, geschweige denn lesen konnte.
Kurz darauf kam er zurück und meinte: “Wir müssen mal ein Haus weiter, das war das falsche”. Gesagt, getan. Gleicher Anblick auch hier, als er versuchte die Namen an den kleinen Schildchen zu lesen.
Diesmal rannte er zu Fuß zum nächsten Eingang um dort nach dem Namen seiner Freundin zu suchen.
Ich war einfach nur froh, das mein Taxameter immer brav weiter lief, während er sich erhoffte – bei all den gleich aussehenden Häusern – die Wohnung seiner Freundin zu finden.
Nach dem fünften Eingang gab er schliesslich auf, kam zurück zum Taxi und meinte, das wir dann nach Barum fahren. Ich fand es gut, das er sich dazu entschlossen hatte, die Suche nicht weiter auszuführen und die weiteren ca. 15 Eingänge abzusuchen. Gedanklich war ich ja schon wieder an der Disco und meinen neuen Fahrgästen. Aber wenn es dann jetzt nach Barum geht, warum nicht.
Wir fuhren also aus der Seitenstrasse raus, wieder auf die Hauptstrasse und ich steuerte Richtung Barum.
Es wurde still im Wagen. Ich war mir ziemlich sicher, das er etwas geknickt war, das er die Klingel seiner Freundin nicht gefunden hat. Also lass ich ihn mal in Ruhe. Ich selbst hatte ja auch schon die ganze Nacht hinter mir und war mal ganz froh, wenn kein geschreie und getobe im Auto ist.
Nur zwei Minuten später, wir haben an der Bockelmannstrasse gerade das Cinestar passiert und kamen an die Kreuzung Ecke Erbstorfer Landstrasse, da kam auf einmal ein leises, sehr gequältes “Halt mal schnell an” aus ihm raus. Während mein rechter Fuß schon die Bremse durchtrat, ging mein Blick – voller Angst – nach rechts zu meinem Fahrgast. Er hielt sich bereits mit beiden Händen den Mund zu.
Glück im Unglück. Er hatte sich zumindest so weit unter Kontrolle, das nichts aus ihm heraus kam. Er schaffte es noch über den Fahrradweg bis zum ersten Baum und entleerte sich dann dort.
Und wieder ein Zwischenstop. Wir waren nun schon fast 20 Minuten unterwegs für vielleicht sechs Kilometer.
Er entschuldigte sich für den Zwischenfall und meinte, wir könnten weiterfahren. Ich fragte Vorsichtshalber nochmal nach, ob er sich sicher ist. Er bejahte meine Nachfrage und schlug auch alle anderen Vorschläge, wie zum Beispiel das Fenster auf zu machen, aus.
Also gut, weiter gehts dachte ich. Doch wir schafften es nicht einmal bis zum Ortsschild Adendorf. Etwa 200m davor bat er schon das zweite mal darum, nochmal kurz anzuhalten. Gleiches Spiel von vorne… Baum… Entleerung….
Erst die Klingelsuche, jetzt der zweite Zwischenstopp zum übergeben. 25 Minuten für eine Fahrt, die sonst im Höchstfall 5 Minuten dauert. Immer im Kopf, das die anderen Gäste warten, nach Hause wollen und mir schnelles und einfaches Geld bringen könnten.
Aber warum schnell und einfach, wenns auch anders geht. Wir haben Adendorf durchfahren und sind gerade an der Kreuzung ELBA vorbei, da berührte mich seine Hand und klopfte mir ziemlich aufdringlich auf meinen rechten Oberschenkel. Ich blickte nach rechts und dachte, jetzt ist es zu spät. Wir mussten von ca. 90 km/h runterbremsen, während mein Fahrgast mit einer Hand den Mund hielt und – nicht übertrieben – die Backen so aufgequollen waren, das ich dachte, er platzt gleich im Gesicht.
Wieder nur einen Kilometer geschafft. Sieben bis Acht lagen noch vor uns. Ich war ernsthaft am überlegen, ob ich diese Fahrt wirklich zu Ende bringen, oder abbrechen soll. Aber wir standen mitten in der Walachei, es war Stockdunkel, kalt und direkt an der Bundesstrasse zwischen Adendorf und Brietlingen, wo die Autos mindestens hundert Sachen drauf haben. Nein, das kannst Du nicht machen, dachte ich und hörte mir nach dem Einsteigen meines Fahrgastes die dritte Entschuldigung an. Wieder mit dem Zusatz: Jetzt gehts wieder!
Ich fuhr vorsichtig und langsam vom Grünstreifen an und beschleunigte auch nur mäßig, um nicht irgendetwas in seinem Magen dazu zu bringen, nochmals nach oben heraus zu treten. Wir schafften diesmal die gesamte Strecke der B209. An Brietlingen Moorburg vorbei bis an die Kreuzung zu den “neuen” Blitzern. Diesmal hab ich ihn öfter mal im Blick gehabt, um nicht schon wieder überrascht zu werden. Irgendwann, dachte ich, geht das auch mal schief und nicht nur das Interieur meines Taxis, sondern auch ich werden von seinem Erbrochenem überzogen, wenn sein Gesicht das nächste mal vielleicht doch durch den inneren Druck platzt.
Zum Glück musste ich an dieser Kreuzung -kurz vor Brietlingen- sowieso schon auf 50 km/h runterbremsen, um nicht an diesem eh schon aufregendem Sonntagmorgen, auch noch von dem Blitzer erwischt zu werden, als mein Fahrgast sich nun das vierte mal bemerkbar machte. Der einzige Unterschied zu den drei Stopps davor war, das es hier keinen Baum gab, sondern nur einen Graben an den er sich, mit den Händen auf seinen Knien abstützend und mit dem Kopf vorne über beugend stellen konnte. Schwankend und wankend liess er sich mal wieder die letzte Nacht durch den Kopf gehen. Ich befürchtete (oder hoffte?) allerdings schon, das die Fahrt an dieser Stelle zu Ende sein würde. Er schwankte teilweise so stark nach vorne, das ich ihn vor meinem inneren Auge schon in den Graben habe fallen und in seinem frisch gemachten Haufen habe landen sehen.
Das blieb ihm allerdings erspart. Er konnte sich jedes mal mit einem gekonnten Ausfallschritt doch noch retten. Es wäre wohl das Aus für ihn gewesen, wenn er dann auch noch völlig beschmutzt aus dem Graben gekrabbelt wäre. Weder meines, noch irgendein anderes Taxi hätte er dann noch nutzen können.
Ich erwartete die vierte Entschuldigung und bekam sie auch promt, als mein Fahrgast wieder neben mir saß. Diesmal, so dachte ich, stehen wir nicht in der Dunkelheit, völlig einsam und verlassen. Ich könnte ihn also einfach bitten zu zahlen und auszusteigen. Dann würde ich es noch schaffen, nach Lüneburg zurück zu fahren und noch ein oder zwei kurze Touren vor Feierabend zu fahren. Mein Mitleid ließ das allerdings nicht zu und ich fuhr wieder weiter Richtung Barum.
Brietlingen sauber und ohne Zwischenfälle hinter uns gelassen, fuhren wir den kurvenreichen und letzten Abschnitt in Richtung Barum. Kaum einer kann sich vorstellen, wie froh ich war, als ich endlich das Ortsschild von Barum sah und daran vorbei fuhr. Ich wusste, jetzt ist die Fahrt vorbei und ich könnte dann meine Schweissperlen von der Stirn wischen.
Allerdings wollte mein Fahrgast den Morgen wohl nicht so ausklingen lassen und bat ein paar hundert Meter hinter dem Ortsschild nochmals darum, mal schnell anzuhalten.
Das war meine Chance, ihn los zu werden! Als er zum Wagen zurück kam, fragte ich ihn ob er den Rest nicht lieber zu Fuß gehen möchte. Das würde auch seinem Zustand gut tun, bevor er ins warme Bett fällt.
Doch er wollte nicht, da es ihm einfach zu kalt war und er noch ans andere Ende des Ortes musste.
Mit dem Auto war es ja nicht weit, also fuhr ich ihn dann doch noch bis zur Haustür – Ohne Zwischenfall! Er bezahlte den Fahrpreis, entschuldigte sich noch unzählige Male für sein unkontrolliertes Verhalten und gab dann noch einen Euro Trinkgeld für mein Verständnis, welches ich fast als lächerlich angesehen hätte, wenn er mir nicht auf irgendeine Weise leid getan hätte.
Ich glaube, das auch für ihn diese Fahrt eine Lehre war. Ich hoffe es zumindest.
Nach 50 Minuten für 20 km, einem Zwischenhalt für die Klingelsuche und fünf Randstopps zum entledigen überschüssiger Innereien, brauchte ich erstmal eine Zigarette. Die Nacht war für mich sowieso gelaufen. Die Uhr zeigte halb Fünf an. Ich musste noch nach Lüneburg zurückfahren, tanken und dann um kurz vor Fünf meinen Wagen an den Kollegen abgeben.
Was für ein Abschluss eines Wochenendes. Zum Glück hatte ich dann drei Tage frei!